Foto: Lisa Hemmer

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"Musik muss man leben" - Dominik Scherer erzählt

Multitalent Dominik Scherer hat zwar einen vollen Terminkalender, für das A-YOU! nimmt sich der Medienpreisgewinner trotzdem Zeit.

Schlagzeug mit 3, Trompete mit 4, Orchester, Bands, Musikstudium in Berlin und Auftritte auf der ganzen Welt – Dominik Scherers Leben war schon immer von Musik bestimmt und wenn es nach ihm geht, kann das ruhig so bleiben. Im Juli gab es obendrein noch den Augsburger Medienpreis in der Kategorie Ton. Doch auf dem Erfolg ausruhen, kommt für den Musiker nicht in Frage. Schließlich steht die Japantournee mit seiner Band Osca vor der Tür. „Eigentlich wollten wir uns schon längst auflösen, aber dann kamen immer wieder tolle Angebote rein“, lacht Dominik und ist glücklich über den Banderfolg. Als `Hyperpop´ – tanzbar, aber irgendwie von allem etwas zu viel – beschreibt die Band sich selbst, was in Japan und Neuseeland gut anzukommen scheint. Außerdem steht der junge Schlagzeuger auch noch mit Sängerin Sarah Straub und Rapperin Taiga Trece auf der Bühne, mit letzterer konnte er in Mexico bereits einen Charthit landen. Ach ja, und auf mehreren Hochzeiten spielt er auch noch: nämlich mit seiner Band Trumpet. Zwischen Mai und Juli haben die fünf Jungs bis zu zehn Gigs pro Saison: „ Die Leute kriegen keine Hochzeitsband, sondern ein Konzert“, lautet die Devise. Als Produzent für verschiedene Bands hat sich Dominik in seiner Innenstadtwohnung ein eigenes Studio eingerichtet. Dort arbeitet er an diversen Projekten oder für das Münchner Plattenlabel Syndicat Records.

auf schema f habe ich keinen bock

Doch das ist noch nicht alles: Zusammen mit seinem Bruder Valentin Scherer hat Dominik vor einigen Jahren seine eigene Musikschule gegründet, den beathof in Leitershofen und Großaitingen. Gerade die Arbeit als Dozent liegt dem 33-Jährigen besonders am Herzen: „Es geht mir nicht um Talent, sondern um Spaß und Leidenschaft. Jeder Lehrer schreibt die Noten für seine Kids selber, je nachdem auf was der Schüler gerade Bock hat.“ Mit ihrem eigenen Lehrkonzept wollen die Brüder raus aus dem „Schema F - Unterricht“ und neue Wege mit begeisterten Schülern beschreiten: „Ein Dozent mit Augenringen am Montag, der von einer Tour berichtet, lebt die Musik. Ich will jemanden, der live unterwegs ist und den ich auf Youtube anschauen kann. Außerdem möchte ich, dass die Schüler so schnell wie möglich auf die Bühne kommen.“ Deswegen gibt es mehrmals im Jahr Konzerte, zum Beispiel den „Sommernachtskrach“, bei denen ca. 200 Schüler unter professionellen Bedingungen und mit hochwertigem Equipment, auftreten können. Die Großen spielen zusammen mit den Kleinen – alle unterstützen sich gegenseitig, sehr zum Gefallen der Schulgründer. „Denen, die Musiker werden wollen, zeige ich, wie der Alltag aussieht. Ich nehme sie mit auf Konzerte und ins Studio damit sie sehen, dass das Catering nicht immer geil ist und so ein Konzert guter Vorbereitung bedarf.“ Lehrer, Musiker, Produzent – bei so vielen Aufgaben schwirrt einem doch irgendwann der Kopf, oder? „Ich möchte dem Ganzen nicht überdrüssig werden. Wenn es mir zu viel wird, sage ich ein paar Sachen ab, denn ich möchte nicht, dass die Leidenschaft verloren geht.“ Mit dieser Einstellung kann eigentlich nichts mehr schief gehen,oder? Na dann: Konnichiwa Tokio!