Ein Bier für drei Kreuze

An der Uni Augsburg stehen die Hochschulwahlen an. Wie die Wahlbeteiligung, die momentan bei enttäuschenden 10-15 Prozent liegt, angekurbelt werden soll, was verschiedenen Parteien zu bieten haben und warum Bier immer eine gute Idee ist.
 
 

Die Studenten der Uni Augsburg laufen nach dem harten Modular Wochenende langsam wieder gerade und es kann sich wieder auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentriert werden: die Hochschulwahlen 2018. Jedes Jahr wählen die rund 20.000 Studenten den studentischen Konvent, ihre sieben Fakultätsräte und zwei Vertreter/Innen für die erweiterte Universitätsleitung, das höchste universitäre Gremium. 

Wer jetzt an ein paar Nerds denkt, die in ihrem 1,0-Master unterfordert sind und daher eherenamtlich hier und da ein paar Flyer verteilen, liegt mehr als falsch. Denn am Campus der Uni Augsburg wird hoch professioneller Wahlkampf betrieben. Es gibt Informationsstände, Flyer, Promoter, Magazine. Die Hochschulgruppen verkaufen Kuchen, Snacks, selbstgemachte Limonade und -wer hätte es gedacht- auch Freibier soll die müden Gemüter für die Hochschulwahlen am 05./06. Juni motivieren.

Jede Hochschulgruppe vertritt verschiedenste Interessen und wirbt mit anderen Zielen in ihrem Parteiprogramm. Die juristische Fakultät verschenkt Kondome für "Mehr Uni-Partys auf dem Campus", die Wiwis sprechen sich gegen "Massenhaltung bei Vorlesungen und Übungen" aus und der sozialistisch-demokratische Studierendenverband (SDS) wirbt unter anderem mit mehr Demokratie und Mitspracherecht an der Uni. „Ich will, dass am Uni Campus wieder mehr Partys statt finden und wir es endlich wieder mehr krachen lassen können,“ strahlt Anna Vialon, aufgestellt für die „blaue“ Fachschaft WIWI Augsburg e.V.

Apropos Partys. Trotz allen Bemühungen lag die Wahlbeteiligung im letzten Jahr bei gerade einmal 10-15 Prozent bei den Uni-Hochschulwahlen. Was also kann einen Studenten neben Gummibärchen,Kondomen und selbstgemachter Limo noch zum Abgeben seiner Stimme motivieren? Genau- Bier. So wurde in der zweiten Wahlkampfwoche Freibier an den Parteiständen ausgeschenkt. Von der Idee her nicht schlecht, allerdings besteht keine direkte Garantie zwischen dem Konsum des Bieres und dem Abgeben einer Stimme.

Die Fachhochschule Augsburg dagegen setzt das Freibier-Konzept bei ihren HS-Wahlen geschickter um. Sie ködert ihre Studenten mit Freibier für die Fakultät mit der höchsten Wahlbeteiligung- nach Auswertung der Stimmen. Wie gut das funktioniert, wird sich bei den FH-Hochschulwahlen am 11.-13. Juli rausstellen. Tatsache ist: Selbst die Bundestagswahl 2017 wurde mit Freibier der Brauerei BrewDog aus Schottland gefördert. Jede Bar, die das schottische Craftbeer „Punk IPA“ im Sortiment hat, durfte am Wahltag jedem Wähler mit einem Wahl-Selfie ein Bier aufs Haus ausschenken. So hebt die Brauerei ihr (Bier-)Glas gegen Apathie und den viel zu verbreiteten politischen Energieschwund und die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl konnte immerhin mit 78,3 Prozent glänzen. Gern geschehen, Angie.

Das A-YOU spricht sich ganz klar für Biertrinken mit Haltung aus und wünscht den Kandidaten für die Hochschulwahlen 2018 eine hohe Wahlbeteiligung und einen fairen Wahlkampf.