"Dressurschock!" in der Alten Gasse 22: Augsburger Künstler stellen aus

Junge Augsburger Künstler stellen gemeinsam eine Vernissage auf die Beine und trafen sich vorab mit dem A-YOU! zu einem persönlichen Gespräch.

Die drei jungen Künstler Lydia Schellhammer, Christ Mukenge und Verena Kandler (siehe Foto, v.l.) kennen sich über das Kunstpädagogikstudium in Augsburg und haben nun beschlossen gemeinsam eine Ausstellung zu organisieren. Schon öfter haben sie zusammen gearbeitet, zum Beispiel im Grand Hotel Cosmopolis oder bei einer Dunkelausstellung in der Metzgerei. Lydia und Christ sind seit zwei Jahren als künstlerisches Duo in der ganzen Welt unterwegs und arbeiten freischaffend mit darstellender und bildender Kunst. So zeigten sie schon zahlreiche Performances in Augsburg, Berlin, Münster und demnächst auch in Paris. Kennengelernt haben sich die beiden Weltenbummler im Kongo an der Kunstakademie Kinshasa. Christ machte dort seinen Abschluss und Lydia verbrachte ein Auslandssemester in der demokratischen Republik. Seitdem pendeln die beiden zwischen Europa und Afrika hin und her. An die kulturellen Unterschiede haben sich die Bohemiens allmählich gewöhnt und fühlen sich inzwischen auf beiden Kontinenten äußerst wohl. „Wir wollten weg von den typischen Ausstellungsorten und auch Leute anlocken, die nicht zwingend etwas mit Kunst zu tun haben“, erzählt uns Lydia. Von daher findet die Ausstellung „Dressurschock!“ in dem leer stehenden Gebäude in der Alten Gasse 22 (ehem. BackBoutIQ) statt. Zusammen mit der Augsburger Kunstschaffenden Verena Kandler, über die wir schon einmal berichtet haben, ist das junge Künstler-Trio komplett. Los geht’s am 4. Mai mit DJs und einer Eröffnungsvernissage um 18 Uhr, die Ausstellung schließt mit einer Finissage am Samstag, dem 12. Mai, um 18 Uhr.

Kunst und kolonialisierung

Die Besucher können sich täglich von 16 bis ca. 21 Uhr oder auch open end, je nach Besucherandrang, die moderne Ausstellung „Dressurschock!“ ansehen und zusätzliche Events wie Konzerte oder weitere Aktionen werden aktuell auf der facebook-Seite des Events bekannt gegeben. „Mit unserer Ausstellung möchten wir Aufmerksamkeit erregen und der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, um zu zeigen, wie sehr wir von ihr dressiert worden sind“, betont Verena Kandler. Ausgestellt werden Masken, Collagen, Installationen, aber vor allem Kunstwerke aus dem Bereich der Malerei. Christ Mukenge präsentiert mit seiner „Mixage“ antike Masken aus der kongolesischen Kultur und stellt sie modernen Gegenständen und Begrifflichkeiten gegenüber, die beide jedoch die gleiche Bedeutung haben und meist einen Bezug zur Kolonialisierung aufweisen. So gibt es beispielsweise eine Maske namens „Chokwe“, die in ihrer Funktion als rauchender Lügendetektor von Christ nun mit einer Zigarre drapiert und ausgestellt wird. Christ hat für seine Werke umfangreich recherchiert und ist gespannt auf die Reaktionen der Besucher. Wer an Malerei und Kunst interessiert ist, sollte sich die Ausstellung der jungen Augsburger nicht entgehen lassen.„Das Bier kostet nur 2 Euro!" fügt Lydia lachend hinzu. „Der Eintritt ist kostenlos, aber wer möchte kann gerne etwas spenden. Wir freuen uns über jede Unterstützung."