An(n)ekdote: Im Tindergarten (Kommentar)

Willkommen im Tindergarten. Wer sich jetzt fragt, was damit gemeint ist – ganz einfach:

Es gibt eine Dating App namens Tinder und hier kann ich ganz oberflächlich Männer ansehen und entscheide dann anhand des Aussehens, ob Interesse besteht oder nicht. Will ich in Kontakt mit dem Mann treten, dann drücke ich das grüne Herz oder wische einfach nach rechts. Sollte der Gegenüber dann auch der Meinung sein, dass das Aussehen passen könnte, wird nach rechts gewischt und schon haben wir ein Match. Erst dann geht es los mit dem Schreiben oder eben nicht. Denn nicht aus jedem passenden Match entsteht auch ein gutes Gespräch. Soweit so gut.
Häufig finde ich mich dann bei den Gesprächen oder den Treffen allerdings in den Kindergarten zurückversetzt...
Das ist allerdings ein ganz anderes Thema. Spannender wird es, wenn wir uns vor Augen führen, dass Augsburg ein Dorf ist, weil sich ja jeder kennt. Wen treffe ich also auf Tinder an und wie präsentierten sich die Männer der Schöpfung auf der Dating App? Tummeln sich hier wirklich nur Singles oder findet Frau auch den einen oder anderen Vergebenen oder sogar einen Promi?
Da wische ich so mir nichts dir nichts durch die unterschiedlichsten Männer aus der Fuggerstadt und plötzlich bleibt mir die Spucke weg: „Huch, den kenne ich doch. War der letzte Woche nicht noch auf unserer Kundenfeier, allerdings in weiblicher Begleitung? Ach so einer ist das also. In der Öffentlichkeit Bussi Bussi mit der Liebsten und dann auf Tinder einen Seitensprung suchen...“
Ich bin schockiert. Haben wir in Augsburg keine Vorzeige-Männer mehr, die ihrer Partnerin treu bleiben wollen? Ich will mehr wissen, meine Neugier ist erwacht. Sind mehr Kerle so blöd und stellen ihr Profil online?
Ein paar Matches später erneut ein bekanntes Gesicht – auch Profisportler aus der Fuggerstadt suchen die „große Liebe“ auf Tinder, selbst wenn sie eigentlich offiziell vergeben sind… Fakeprofil oder einfach nicht mitgedacht?