Con Cojones - Hausgemachter Rock aus Augsburg

Con Cojones machen Rock und Punkrock, scheuen sich aber auch nicht davor, Pop und Evergreens mal auf eine ganz andere Art zu Covern. Wir haben uns mit Stefan, Willy, Clemens und Nikita über ihre Anfänge, einen versehentlich ausgelösten Feuerwehreinsatz und ihren Drummer-Neuzugang unterhalten. 

Wie seid ihr zur Musik gekommen?

Clemens (Bass/ Gesang): Sehr unterschiedlich. Stefan (Gitarre/Gesang) schrieb bereits in jungen Jahren zahlreiche Songs, spielte sie ein und presste das dann auf CD´s, die er wiederum bei seinen Konzerten verkaufte. Auch Nikita (Schlagzeug) hatte schon kurz nach der Kindheit erste größere Berührungspunkte mit seinem aktuellen Lieblings-Instrument. Dagegen griffen Willy und ich erst relativ spät zu unseren Klampfen.

Willy (Gitarre/Gesang): Und dann eben ganz klassisch: Liebe zur Musik, Unterricht, Übung, Band.

Wo liegen eure Anfänge und wie habt ihr euch auf dem Weg verändert?

Clemens: Bereits Mitte der 90er habe ich mit dem Willy auf der spanischen Treppe in Rom beschlossen, eine Band zu gründen. Außer einiger überschaubarer Fähigkeiten an der Triangel, diversem Erfahrungsschatz aus der Orff-Gruppe und vielleicht einem winzigen Hauch Potenzial war da allerdings zugegebenerweise erstmal gar nix vorhanden. Und so hat es dann tatsächlich bis 2010 gedauert, bis wir mit unserer ersten Band „Ride on“ ins Rennen gingen. Wir spielten schottischen Rock und Folk und traten standesgemäß im Kilt auf. Nach zwei Jahren u. a. mit Dudelsack und Geige zogen wir einen Schlussstrich.

Willy: Wir holten Bernhard ins Boot, unseren mittlerweile ehemaligen Drummer und seines Zeichens Gründungsmitglied von „Con Cojones“ und starteten genau mit der Mucke, die uns richtig Spaß machte, komplett neu durch. Dass wir uns kurze Zeit später mit Stefan verstärken konnten, den wir zufällig kennenlernten und der seither als unser musikalisches Mastermind gilt, spielte uns zusätzlich in die Karten. In Vollbesetzung begannen wir mit den Aufnahmen zu unserem ersten Album, dass Anfang 2015 erschien und u. a. auf Amazon erhältlich ist.

Stefan: Eine weitere gravierende Veränderung gab es zu Beginn diesen Jahres. Nachdem Bernhard seinen Ausstieg aus persönlichen Gründen bekannt gab, sind wir auf der Suche nach einem Nachfolger bei einem Band-Workshop auf Nikita gestoßen, der dort durch seine sichtbare Leidenschaft, die er beim Trommeln an den Tag legte, regelrecht rausstach. Bereits drei gemeinsame Jam-Sessions später war klar: Das ist unser neuer Cojones-Drummer.

Wie kam der ungewöhnliche Bandname zu Stande? (Con Cojones = dt. Mit Mut/ Hoden)

Clemens: Dem liegt ein im Frühsommer 2012 ausgearteter Besuch des Parkhäusl´s im Augsburger Siebentischwald zu Grunde. Unser damaliger Gitarrist Miguel, ein Vollblut-Kolumbianer, hat bei der Namensfindung entscheidend mitgewirkt. Im sprichwörtlichen Sinn sehen wir diesen Bandnamen bei uns goldrichtig platziert, da wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten, definitiv nie unentschlossen oder unbeherzt zu Werke gehen. Mit Cojones eben!

Was für Musik macht ihr genau?

Nikita: Zum einen covern wir unsere Lieblings-Lieder aus dem Bereich Rock und Punkrock. Andererseits schnappen wir uns auch Popsongs und Evergreens, die grundsätzlich eine gewisse Ambition mitbringen und verpassen diesen Stücken unsere eigene Note. So geben wir z. B. auch Songs der Everly-Brothers oder Backstreet Boys zum Besten, nur halt eben massiv abgewandelt. Ein weiterer Bestandteil unseres Live-Sets sind Stücke aus der eigenen Feder. Deutschsprachige, teilweise mit einem Augenzwinkern versehene Lieder kommen hier musikalisch zum Ausdruck.

Clemens: Generell stehen wir eher auf die härteren Klänge, und das zeigt sich auch in unserem Live-Set. Walter Sianos bezeichnete unseren Stil bei der Vorstellung von „Willkommen im Club“ in der neuen Szene übrigens als Punk´n Roll. Und der kennt sich bekanntlich nicht nur in Sachen Fußball blendend aus.

Gab es schon besondere Erlebnisse bei Auftritten?

Willy: Total spannend fanden wir den Einsatz der Augsburger Feuerwehr bei einem Konzert in der Altstadt.  Sechs Feuerwehrmänner in voller Montur, sowie einige Polizeibeamte „stürmten“ nach Auslösung des Feuer-Alarms urplötzlich die Kneipe. Böse Zungen behaupten, unsere über alles geliebte Nebelmaschine wäre der Auslöser für den Fehlalarm. Das Konzert endete dann übrigens aufgrund der längeren Verzögerung erst in den frühen Morgenstunden.

Welche Verbindung habt ihr zu Augsburg?

Clemens: Wir lieben diese Stadt! Die multikulturelle Gesellschaft, die Altstadt, den FCA, das Prager Stüberl, die zahlreichen Musikfeste….das sind nur einige Argumente, die hier stechen und das Leben in Augsburg insgesamt sehr angenehm machen. Im Song „Augsburg“ weisen wir sehr charmant auf einige Vorzüge unserer Stadt hin: Das ist pure Inbrunst für 6 Minuten und 35 Sekunden!

Was muss man sonst noch über euch wissen?

Nikita: Hm….vielleicht, dass 2018 unser neues Album erscheint. Mit den Vorbereitungen für dieses Unterfangen haben wir bereits im Sommer begonnen. So viel sei verraten: Es wird gespickt sein mit absoluten Ohrwürmern!