An(n)ekdote: Familienessen und ihre Tücken

Ihr kennt das sicherlich alle. In jeder Familie gibt es Fettnäpfchen, in die man besser nicht treten sollte: Das klappt mal mehr, mal weniger.


Bei uns sollte es ein gemütliches Essen zum Geburtstag meiner besten Freundin werden, mit der ganzen Familie. Jeder kennt die Regeln: Das Thema darf nicht auf Politik oder Religion fallen, sonst ist Streit vorprogrammiert. Diskussionen über die Herstellung des Essens könnten sich auch als schwierig erweisen. Einfacher gesagt als getan.
Da sitzen wir bei köstlichem Spargel, Kartoffeln und Schnitzeln am Tisch und schon fällt das Gespräch auf die Herkunft des Fleisches. Wir haben am Tisch nämlich eine Veganerin und eine Flexitarierin sitzen, die genau wissen muss, woher das Schnitzel kommt, weil sie sehr genau auf die Fleischproduktion achtet. Super Einstieg, um direkt auf die schreckliche Massentierhaltung und die barbarischen Schlachtungsvorgänge einzugehen und zack – das Gespräch ist politisch. Da sind Sätze wie „Schweinefleisch schmeckt besser, wenn die Tiere eine weitere Anreise zum Schlachter haben, weil sie dann weniger Adrenalin ausstoßen und somit ihr Fleisch zarter wird“ nicht gerade von Vorteil.

Schweigen ist GOLD

Auch der kurze Einwurf meinerseits „Ihr wisst schon, dass ihr durch das Trinken von Mandelmilch das Bienensterben fördert“ war beim Aussprechen direkt ein Fehler. Die Diskussion nimmt ihren Lauf, es wird hitzig. Aber was wäre so ein Familien-essen ohne heißblütige „Streitereien“? Ziemlich langweilig und untypisch. Das Schöne ist doch, dass bei meiner zweiten Familie jeder seine Meinung haben darf, jeder willkommen ist und sich schnell wieder vertragen wird, auch wenn keiner so wirklich von seiner eigenen Meinung abweicht. Nach dem Essen bei ein, zwei Gläsern Sekt auf der Terrasse und den fantastischen veganen Brotsnacks haben sich alle gleich wieder versöhnt und es wurde dann auch noch ein super witziger lauer Abend, bei dem viel gelacht wurde.