An(n)ekdote: Rettungsgasse kann Leben retten (Kommentar)

Dummheit tut weh – vor allem mir, wenn ich mit ansehen muss, dass es immer noch Autofahrer gibt, die trotz der medialen Großberichterstattung bis jetzt nicht verstanden haben, wie man eine Rettungsgasse bildet und dass Sekunden über Leben und Tod entscheiden können.


Eigentlich war ich mit den Haunstetten Unicorns auf dem Weg nach Gröbenzell, um ein Testspiel der Haunstetter Handball Damen anzuschauen, doch plötzlich staute es sich auf der A8. Wie es sich gehört, fuhren wir direkt ganz nach links, um zwischen linker und mittlerer Spur die Rettungsgasse frei zu machen. Doch leider folgte nicht jeder unserem Beispiel. Es war erschreckend, wie viele Autofahrer immer noch nicht begriffen haben, dass bei einem Unfall mit Verletzten jede Sekunde zählt.
Wir mussten mit ansehen, wie drei Rettungswägen, Notarzt und vier große Feuerwehrautos nicht durchgekommen sind. Trotz Blaulicht, Sirene, sowie Hupen und Winken unsererseits haben einige Autos den Weg versperrt. Und die Rettungskräfte sind nur mit Müh‘ und Not bis zur Unfallstelle gekommen.

Höhere Strafen!

Der traurige Höhepunkt war der Herr im schwarzen Audi, der einen Meter vor dem Notarzt ausgeschert ist, um schnell durch die Rettungsgasse hindurch an den verunglückten Autos vorbeizufahren. Die Rettungskräfte mussten natürlich eine Vollbremsung einlegen, was nicht nur gefährlich ist, sondern zusätzlich auch noch kostbare Zeit raubt. Meiner Meinung nach braucht es höhere Strafen, um solch ein Verhalten in Zukunft zu unterbinden.
Es trieb mir schier die Tränen in die Augen, als ich später dann den Unfallort sah und dort eine verängstigte junge Familie stand. Kurz zuvor mit einem Lastwagen zusammengekracht, war deren Auto nur noch als Wrack erkennbar – und dann war womöglich der Krankenwagen nicht rechtzeitig da, weil es anscheinend zu viel verlangt ist, eine Rettungsgasse zu bilden. Stellt euch vor, ihr seid diese Familie und der Sanka schafft es nicht...