Foto: Georg Sebastian Erdmann

Meerjungfrau aus Leidenschaft

Denise Nemec ist nun seit über anderthalb Jahren „Meerjungfrau“. Über ihre Anfänge und Erlebnisse berichtet sie im Interview mit der A-You.

Wenn Kinder Denise Nemec in ihrem Meerjungfrauenoutfit sehen, geht für sie die Sonne auf. „Ich habe versucht, mit ihnen zu reden, aber sie haben nicht geantwortet. Sie haben einfach nur geguckt und waren glücklich.“ Manche fassen Denise nach dem ersten Schock auch an, um zu schauen, ob sie wirklich real  ist.

Verkleidet hat sie sich schon immer gerne. Zu Fasching war sie immer in voller Montur in der Apotheke gestanden, in der sie als Pharmazeutisch-technische Assistentin arbeitet. Am liebsten als eine der vielen Disneyprinzessinnen. „Das war für die Kinder natürlich immer ganz toll. Ich bin dann ein richtiger Kindermagnet.“ So stieß sie auch auf der Suche nach neuen Kostümen auf Stoffflossen. „Ich dachte: Da kann man nicht stehen, das ist unpraktisch.“ Also wurde die Idee schnell wieder verworfen. Doch bald darauf kam der Meerjungfrauentrend nach Deutschland und es wurden Schwimmkurse extra für die Flosse angeboten. Der Kurs hat Denise so gut gefallen, dass sie beschloss, weiterzumachen.

Als ihr Mann sie zum ersten Mal in der Flosse sah, schaute er sie an, als wäre sie verrückt geworden

Bald suchte Denise nach einer neuen Herausforderung und tauschte die leichte Stoffflosse gegen eine vierzehneinhalb Kilo schwere Silikonflosse. „Die ist komplett aus Silikon, von den Füßen bis zur Hüfte. Da muss man schon damit umgehen können.“ Eine Sache, die Denise sehr stört, ist, dass das Schwimmen mit der Flosse oder „mermaiding“, wie es genannt wird, in Deutschland noch nicht als Sport angesehen ist und im Allgemeinen eher belächelt wird. Dabei ist es eigentlich dasselbe wie Apnoe-Tauchen, also das Tauchen ohne Sauerstoffflasche, nur indem man die Luft möglichst lange anhält. Es gibt sogar Wettbewerbe, wie die Deutsche Meisterschaft am 23. September in Suhl, wo auf Geschwindigkeit geschwommen wird. Hier geht Denise natürlich auch an den Start.

Auf die Frage, ob es schwer ist, mit der Flosse zu schwimmen, erklärt sie: „ Es ist eine ganz andere Art zu schwimmen. Schon als Kind fand ich die „Froschbewegung“ beim Schwimmen doof. Das sah einfach blöd aus.“ Bereits damals schwamm sie also im Delfinschlag. Doch ohne Flossen kommt man so kaum voran, weshalb sie lange keine Lust mehr auf Schwimmen hatte. Ihre Meerjungfrauenflosse gab ihr neue Motivation.

„Ein Fan von Arielle war ich schon als Kind. Doch mein Lieblingsfilm war und ist trotzdem Die Schöne und das Biest“

So wollte sie mehr lernen und lies sich unter anderem zum Tauch-Instructor ausbilden. Auch Schwimm- bzw. Tauchkurse für Meerjungfrauen darf sie inzwischen geben. Gerne würde sie auch Meerjungfrauenkurse nach Augsburg bringen, doch im Moment fehlt leider noch die passende Übungsstätte. Doch sie ist sich sicher, dass die bald gefunden sein wird.

Das Modeln mit der Flosse macht Denise ebenfalls viel Spaß. „Am liebsten im warmen Wasser“, lacht sie. Am schönsten werden die Bilder natürlich im Freiwasser. Das geht eben leider nur im Sommer. Da bietet sich dann schlechtes Wetter an, weil weniger los ist. So muss man als Meerjungfrau dann doch öfter mal „ins kalte Wasser springen“. Denise hat auch schon nahezu alles ausprobiert, egal ob Freiwasser, Pool oder Studio. Nur Strand fehlt noch. Das wäre dann auch ein Ziel für die Zukunft.

In Zukunft eine richtige Meerjungfrauenszene in Augsburg aufzubauen ist Denises Traum

Außerdem würde Denise gerne öfter für Events wie Kindergeburtstage und Hochzeiten gebucht werden. „Das Potenzial dahinter erkennen viele noch nicht. Selbst wenn ich nur im Garten rumliege, sind die Kinder schon eine halbe Stunde beschäftigt, weil sie so fasziniert sind.“ Bald geht auch ihre Website www.mermaid4you.de online.