Foto: Robert Hagstotz

John Garner verzaubern mit ihrem musikalischem Charme

Raketenstart für John Garner. Im September 2016 haben sich die drei Musiker Stefan Krause, Chris Sauer und Lisa Seifert dazu entschlossen gemeinsam mit John Garner Nägel mit Köpfen zu machen und ein Album aufzunehmen – gesagt, getan. Bald feiern sie einjähriges Bandbestehen und können es fast nicht glauben, wie erfolgreich und schön das vergangene Jahr war. Doch langsam von vorne.

Stefan und Chris waren mit einem Teil der Songs bereits auf den unterschiedlichen Bühnen in und um Augsburg unterwegs, doch irgendwas fehlte. „Nachdem ein drittes Mikro rumlag, habe ich einfach mitgesungen“, erzählt Lisa. Besser hätte es für die beiden Jungs nicht laufen können, wie Stefan auch gut zusammenfasst: „Uns war es super recht, dass Lisa dazu gestoßen ist. Wir hatten immer schon Zweistimmigkeiten in unseren Songs, die gut waren, aber mit der Dreistimmigkeit und der Frauenstimme ist es einfach perfekt ausgeglichen und ein satter schöner Sound. Dieses Grundinstrument haben nicht viele Bands zur Verfügung. Es ist einfach so, wie wir es immer wollten.“ Doch die Mehrstimmigkeit ist nicht die einzige Besonderheit bei John Garner, sondern auch der Name.

Irland durch und durch

Der Name John Garner kommt nicht von ungefähr, sondern Stefan Krause hat ihn von seiner Irlandreise mitgebracht: „Als ich vor ein paar Jahren den ersten Tag in Irland war, war mir unglaublich nach Livemusik und Whiskey, wie man es auch von Irland erwartet. Deswegen sind wir zum Strand gefahren und da war eine Taverne. Der Inhaber des schnuckeligen Etablissements hieß tatsächlich John Garner. Er hieß und mit offenen Armen Willkommen und wir waren am nächsten Tag nicht mehr ansprechbar, weil er uns so abgefüllt hat und dabei haben wir nichts für den Abend bezahlt.  Da habe ich mir gedacht, für den Typen schreibe ich einen Song. Daraus ist nichts geworden, aber die Band haben wir nach ihm benannt.“ Was für eine Ehre für den Besitzer, der bis jetzt leider noch nichts von seinem Glück weiß, denn ein Besuch bei ihm verbunden mit einem Liveauftritt in der Taverne stehen noch aus. „Wäre cool, wenn wir eine Irlandtour haben und dann bei ihm spielen“, so Chris. Eine Irlandreise ist geplant, denn Chris und Lisa waren noch nicht, was schier einer Bildungslücke gleicht.

Gute Stimmung ist Programm

Eine gewisse positive Grundstimmung ist für John Garner außerdem ziemlich wichtig. Auf der Bühne verbreiten sie unglaublich Freude. „Es ist uns wichtig, dass wir uns trotz unserer Kunst und Künstler seins nicht so furchtbar ernst nehmen. Mit uns möchte man nach dem Konzert eher mal weggehen, “ so Lisa. Dabei geht allerdings die Professionalität nicht verloren, sondern es ist eben auch wichtig, dass die Künstler selbst Spaß haben. Das zeigen sie auch jeden Montag und Donnerstag auf ihren Social Media Kanälen, wobei Donnerstag eigentlich falsch ist, denn sie nennen den Tag Johnerstag. Warum das so ist verrät Lisa: „Uns war es wichtig, einmal in der Woche einen Tag zu haben, an dem wir uns so zeigen, wie wir auf der Bühne sind – lustig. Deswegen musste es einen festen Tag geben, an dem wir keinen Auftritt oder sonst was anpreisen, sondern den Blick hinter die Kulissen erlauben. So ermöglichen wir den Fans uns kennenzulernen und mit uns zu lachen. Wir sehen nämlich morgens auch mal scheiße aus.“ Die Idee die Social Media Welt aufzuheitern treiben die Drei sogar noch weiter, denn es gibt auch den Good Morning Monday, der die Kaffee trinkenden Katzen und die schlechte Laune austreiben soll und aufzeigt, dass es vielleicht auch gut sein kann, dass eine neue Woche startet. Nun zurück zur Musik, die bei John Garner im „Hirz“ mündet.

Musik, die unter die Haut geht

Wer das Cover von Writing Letters betrachtet wird schnell erkennen, dass es bei den drei Musikern eine Herzensangelegenheit ist. Doch auch das Hirn kommt dabei nicht zu kurz. Sie beschreiben es selbst als eine Mischung und nennen es „Hirz“. Das Hirn-Herz hat Lisa gezeichnet und sie hat es sich sogar tätowieren lassen. Die Bedeutung dahinter verrät und sie Sängerin auch gleich noch: „Es ist ein Zwischenspiel von Kopf und Herz. Es geht immer um Vernunft oder Gefühl. Diese Entscheidung muss immer getroffen werden. Geht man den vernünftigen Weg oder hört man aufs Bauchgefühl. Dieses Thema behandeln wir auch in unseren Songs. Wie gut das bei ihren Fans ankommt, sieht man am Erfolg der Vollblutmusiker. Ihr Album „Writing Letters“ kommt so gut an und sie konnten ihre Ziele erreichen. Ganz so klar war das kurz nach der Gründung von John Garner nicht, denn wie immer fehlte das nötige Kleingeld und sie starteten eine Crowdfunding Aktion, um ihren Traum vom Studio Album zu realisieren. Tada, mit der Unterstützung ihrer Fans haben sie es geschafft. Writing Letters konnte produziert werden und steht mittlerweile sogar auf allen Online-Musik-Portalen zur Verfügung und wartet nur darauf, von euch gehört zu werden.

„Dahoim is Dahoim“

Wo ihr John Garner auch immer mal wieder live erleben könnt, ist in Augsburg. Denn die Fuggerstädter lieben es in ihrer Heimatstadt aufzutreten, wie Stefan so schön zusammenfasst: „Dahoim is Dahoim.“ Dabei geht es wohl vor allem, um die bekannten Gesichter im Publikum und die Freunde und Familie, die sich die Auftritte der Drei nicht entgehen lassen. Mittlerweile passiert es den Musikern sogar, dass sie in Augsburg auf der Straße erkannt werden, wie Chris erzählt: „Mich hat schon einmal ein kleiner Bub angesprochen: ‚Entschuldigen Sie, sind Sie von der Musikkapelle John Garner? Ich habe Sie in der Zeitung von meinem Papa gesehen. ‘ Das ist einfach krass.“ Krass wird auch die Tour von John Garner durch Deutschland, Österreich und Italien. Wenn die drei Musiker dann wieder zurück in der Fuggerstadt sind, wartet auf sie noch ein Schmankerl, wie Stefan verrät: „ Wir spielen beim Konzert für junge Talente in Schwabmünchen. Das ist mein Highlight, denn dort spielen wir gemeinsam mit einem Orchester. Das wird sehr emotional.“ Zum Schluss hat das A-YOU! noch gefragt, wo sie gerne einmal auftreten wollen und schnell war klar: „Freilichtbühne.“ Da ist doch bestimmt etwas zu machen, oder André Bücker?

Foto: Robert Hagstotz