Politik: Frederik Hintermayr im A-YOU! Gespräch

Vor der Bundestagswahl am 24. September hat das A-YOU! mit den Direktkandidaten aus Augsburg Stadt gesprochen und sie zu ihren Plänen befragt. Heute beantwortet Frederik Hintermayr von Die Linke die A-YOU! Fragen. Vergesst nicht, ihr könnt mitentscheiden, also GEHT WÄHLEN.

Politiker müssen eine Geschichte haben, um Wahlen zu gewinnen: In drei Sätzen, was ist Ihre Story?

Meine Story ist die gesellschaftliche Situation im Land. Der Reichtum in Deutschland wächst jeden Tag, aber er kommt nur wenigen zugute, die Lebensrealität vieler Menschen verschlechtert sich spürbar: Zu wenig bezahlbare Wohnungen, prekäre Jobs, Altersarmut. Gemeinsam können wir dieser Geschichte jedoch ein Happy End geben.

Ist der größte Mythos in der Politik, dass Wahlkämpfe mit Inhalten gewonnen werden?

Manchmal scheint es fast so. Ich halte es für ein Problem, dass viele PolitkerInnen ihre Inhalte und Überzeugungen wechseln, wie die Unterwäsche. Politik muss wieder verlässlich und galubwürdig werden, dann können Debatten endlich auch wieder auf der Grundlage von Fakten geführt werden. Gerade im Wahlkampf geht es ja leider zu oft um „gefühlte Fakten“.

Wie wollen Sie junge Leute überzeugen, wählen zu gehen?

Das Leben vieler junger Menschen ist belastet durch wachsenden Leistungsdruck, prekäre Jobaussichten und Ungewissheit. Jugendliche sind deshalb nicht unbedingt politikverdrossen. Viele wollen die Gesellschaft verändern. Sie haben aber kein Interesse an der praktizierten Art von Politik. Die Politik ist also viel mehr jugendverdrossen. Junge Menschen sollten die Parteien wählen, die ihre Interessen vertreten. Nur dann ändert sich was.

Wann wussten Sie, dass in Ihnen ein Politiker steckt?

Im Rahmen der Bundestagswahl bin ich aktuell häufiger auf Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen mit meinem Mitbewerbern der anderen Parteien. Wenn ich dort die
Aussagen der „Profipolitiker“ höre, bin ich mir gar nicht so sicher, ob in mir wirklich ein klassischer Politiker steckt. Ich vermisse da ein Gespür für die wachsenden Probleme der Menschen und vor allem Glaubwürdigkeit.

Welches Kompliment hätte Ihnen Rainer Brüderle in einer Hotelbar in Stuttgart gemacht?

Vermutlich keines. Hoffe ich zumindest.