Politik: Ulrike Bahr im A-YOU! Interview

Tick Tack... die Zeit bis zur Bundestagswahl ist nicht mehr lange. Am 24. September wird gewählt. Deswegen müssen wir uns nun die Direktkandidaten aus Augsburg und Umgebung ansehen. Leute geht wählen! Das ist wichtig! Ulrike Bahr von der SPD stellt sich den Fragen des A-YOU! Lest selbst.

Politiker müssen eine Geschichte haben, um Wahlen zu gewinnen: In drei Sätzen, was ist Ihre Story?

"Eine Schülerin in einer bayerischen Kleinstadt setzt sich gegen den CSU-Bürgermeister aktiv für ein Jugendzentrum ein und hat zu ihrer eigenen Verwunderung Erfolg. Später war es die Forderung nach Schulsozialarbeit, die zunächst auf die Straße und dann in den Stadtrat führte. Wer erfahren hat, dass auch Minderheiten wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in einem bayerischen Schulsystem durch Argumente Mehrheiten überzeugen können, den lässt die Politik nicht mehr los. Also: Steter Tropfen höhlt den Stein!"

Ist der größte Mythos in der Politik, dass Wahlkämpfe mit Inhalten gewonnen werden?

"Teilweise. Die Glaubwürdigkeit ist das Wichtigste, sie zählt. Die Inhalte haben nur dann eine Chance, wenn der, der sie ausspricht, authentisch und echt ist. Inhalte müssen glaubwürdig und verständlich vermittelt werden."

Wie wollen Sie junge Leute überzeugen, wählen zu gehen?

"Beteiligen! Mitnehmen, teilhaben lassen, jungen Leuten auf Augenhöhe begegnen, sie machen lassen und ihnen Vertrauen in ihre Stärken entgegen bringen."

Wann wussten Sie, dass in Ihnen ein Politiker steckt?

"Niemand wird als PolitikerIn geboren, „den“ oder „die“ PolitikerIn gibt es auch nicht. Politik machen will gelernt sein, das muss sich entwickeln. Außerdem müssen sich alle PolitikerInnen immer auch dem Votum stellen. Nur wenn ich gewählt bin, habe ich die Legitimation, zu handeln. Die WählerInnen entscheiden, ob das, was in mir steckt, zum Tragen kommen soll."

Welches Kompliment hätte Ihnen Rainer Brüderle in einer Hotelbar in Stuttgart gemacht?

"Er hätte mir keins gemacht. Ich hätte ihm gratuliert, dass er sich entschieden hat, die Öffentlichkeit von jenem Tag an zu meiden."