Bachelorarbeit revolutioniert Medizin: Bloop als Lebensretter

David Wojcik ist ein echt innovativer Kopf. Mit seiner Bachelor-Arbeit ist der Augsburger drauf und dran, Leben zu retten. Der Produktdesign-Student hat nämlich ein Zehn-Dollar-‚Low-tech‘-Blutrecycling-Gerät für Entwicklungsländer mit dem klangvollen Namen Bloop entwickelt, worüber er mit dem A-YOU! gesprochen hat.

3 BLOOP BASIC simple physical principleDinge entwickeln, die später vielleicht sogar noch die Welt ein klitzekleines bisschen besser macht – das ist es, was David Wojcik antreibt. Mit seiner Bachelorarbeit hat bereits den ersten Schritt gemacht und ein Blutrecycling-Gerät für Entwicklungsländer entwickelt: „Durch die dort herrschende Knappheit an Blutkonserven können einerseits Millionen von Menschen nicht operiert werden, da die Gefahr des Verblutens besteht und andererseits starben allein im Jahr 2015 über 300 000 Frauen bei Geburtskomplikationen, aufgrund von starken inneren Blutungen, bei welchen sich in kürzester Zeit 2- 3 Liter Blut im Bauchraum ansammelten. Bloop fängt das austretende Blut des Patienten auf, reinigt und sammelt dieses, sodass es dem Erkrankten umgehend zurückgeführt werden kann. Das Basic-Produkt orientiert sich an der gegenwärtigen kritischen Situation in Entwicklungsländern und wirkt mit einfachsten Mitteln der Kernproblematik des Verblutens entgegen. Bei finanzieller und infrastruktureller Weiterentwicklung dieser Länder und folglich deren medizinischen Einrichtungen, kann das Produkt, in 4 Stufen, durch Zusatzelemente erweitert und bis auf einen hohen, westlichen Medizinstandard gehoben werden. Dadurch investieren medizinische Institutionen nicht nur in die Abschaffung des gegenwärtigen Problems, sondern in eine ganzheitliche zukunftsorientiere Entwicklung ihrer medizinischen Qualität. “, so der 28-Jährige.

Mit offenen Augen durchs Leben

Zu diesem Thema wurde Wojcik durch einen Magazinbeitrag, welcher die Problematik der fehlenden Blutkonserven in Entwicklungsländern thematisiert hatte, inspiriert: „Schnell kam in mir der Gedanke auf, das austretende Wundblut nicht einfach ‚auf den Boden‘ fließen zu lassen und zu verschwenden, sondern dieses zu nutzen, aufzufangen und dem Patient sofort zurückzugeben, sodass dieser nicht verbluten muss.“ Die Idee war geboren. Hilfe bekam der 28-Jährige während der Entwicklung von Ärzten, sodass nicht die Gefahr bestand, dass Bloop aus medizinischer Sicht nicht realisierbar sein könnte. Nach der Entwicklungsphase war klar: Bloop kann Leben retten. „Dieses speziell für die gegenwärtige Problemsituation der Entwicklungsländer konzipierte Produkt saugt und filtert größere Mengen austretendes Blut. Es wird in Blutbeuteln gesammelt, welche dem Patienten umgehend retransfundiert werden können. Es ist günstig, komplett sterilisierbar, mobil und unabhängig von Strom.“ Dadurch könne das medizinische Personal direkt zum Patienten fahren und ihn vor Ort behandeln. „Das Produkt Bloop verzichtet komplett auf mechanische Elemente und funktioniert nach dem simplen, physikalischen Syphonprinzip. Dabei sorgt ein gerinnungshemmendes Mittel beim Durchfluss in den Blutbeutel für den Unterdruck, welcher anschließend die Wunde aussaugen lässt,“ so der Designer. Durch dieses Prinzip konnten die Herstellungskosten extrem gering gehalten werden. Ein Bloop würde gerade einmal 10 Dollar kosten – also auch weniger als eine Blutkonserve.

Unternehmen ins Boot holen

Das klingt nach einem guten Lösungsansatz, der nur noch bei einem Pharmabetrieb Anklang finden muss: „Der Idealfall wäre, ich würde ein Medizinunternehmen als Partner gewinnen, das Bloop mit mir gemeinsam marktreif machen und im afrikanischen Raum etablieren könnte.“ Eine Chance dazu hat Wojcik bereits Ende August beim INDEX Award in Kopenhagen. Hier pitcht er sein Produkt vor 70 potentiellen Investoren. Außerdem wurde er aus über 1500 internationalen Bewerbern unter die letzten 56 Finalisten beim INDEX Design to Improve Life AWARD ausgewählt. Dem Gewinner winken 100.000 Euro Preisgeld, die er natürlich in die Weiterentwicklung von Bloop stecken würde.

david wojcik