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Augsburger Designer David Ikic: Selbst näht der Mann!

Welche Klamotten man trägt, ist eben nicht Jacke wie Hose! Findet jedenfalls der Augsburger David Ikic. Er wurde selbst kreativ und hat heute sein eigenes Label, das auch bei Stars aus Musik und Sport Eindruck macht.

 Die Oma staunte nicht schlecht, als ihr damals zehnjähriger Enkel zu ihr kam und sie bat, ihm das Nähen beizubringen. David Ikic aus Ottmarshausen (Neusäß) lacht heute noch, wenn er daran denkt, wie sie ihn damals mit ungläubigem Blick angesehen hat. Heute ist sie aber mächtig stolz auf ihn: Mit 21 Jahren ist David Inhaber seines eigenen Labels „Area Clothing“ und damit richtig erfolgreich!

Offiziell gibt es das Label inklusive Online-Shop seit April diesen Jahres, wobei natürlich schon im Vorfeld viel Arbeit drin steckte. Auf www.areaclothing.de gibt‘s Caps,  Longsleeves – und Davids „Aushänge-Produkt“, die angesagten Bomberjacken mit individuellen Patches, also Aufnähern auf der Rückseite. Mit ihnen hat das Mode-Business angefangen. Bald sollen T-Shirts, Hemden und Jacken für Mädels dazukommen. Dass seine Klamotten derart durch die Decke schießen, damit hatte er erstmal gar nicht gerechnet.

Aller Anfang ist für jeden Designer schwer

„Ich wollte damals Nähen lernen, um mir meine Hosen besser ans Bein schneidern zu können“, erzählt er. Das erste Mal an der Nähmaschine saß er mit Zehn. Die Oma zeigte ihm, welche Nadel man wofür benutzt, welche Nähte es gibt oder auch, wie man die Fadenspannung richtig einstellt. Das Nähen zog sich durch Davids gesamte Jugend. Mit textilen Eigenkreationen fing er schließlich mit 15 an. „Damals waren T-Shirts mit einer Brusttasche total im Trend“, erinnert sich David. Also suchte er verschiedene Stoffe aus und nähte auf „normale“ T-Shirts Taschen auf. So entstanden ganz individuelle Teile, die er dann bald auch an Freunde verschenkte. „Ich hab ihnen ein paar Stoffe gezeigt, sie konnten sich einen aussuchen und ich hab‘ ihnen ihr ganz persönliches T-Shirt genäht.“

Auf Klamotten legt David schon immer großen Wert. „Ich hab‘ dann auch auf bestimmte Teile hingespart.“ Doch das Sortiment der Modeketten war ihm oft nicht individuell genug. Also nähte er sich seine Kleidung um, wie‘s ihm gefällt. So war‘s auch bei seinem „Topseller“, den Bomberjacken. Er habe mit seiner Jacke einfach ein bisschen hervorstechen wollen. Also holte er sich die nötigen Infos, ein paar Aufnäher und legte los. Das Motiv auf seiner allerersten Bomberjacke war ein Tiger. Das kam so gut an, dass er bald auch für seine Freunde Jacken designte und Exemplare auf Online-Plattformen verkaufte.

Jerome Boateng und DJ Antoine sind David Ikic-Fans

„Eigentlich wollte ich gar nie selbständig werden“, gibt David lachend zu. Aber: Der Online-Shop läuft, zu seinen prominenten Fans zählen zum Beispiel Fußball-Star Jérôme Boateng und DJ Antoine! Den Bayern-Spieler, der auch modisch ganz oben mitspielt, habe er einfach mal über das Management angeschrieben und Bilder der Jacke mitgeschickt. „Ich finde seinen Style top. Und er hat diese Attitüde: ,Ist mir egal, was andere denken!‘ Das finde ich gut“, sagt David. Und dann ging‘s ganz schnell, bis die Einladung kam, mal zum Training zu kommen. „Also hab‘ ich meine Mama eingepackt und wir sind nach München gefahren“, erzählt der 21-Jährige lachend. Bei den Sicherheitsleuten sind sie erstmal abgeblitzt, bis Boateng den Augsburger persönlich abholte. „War echt ein schöner Tag...“

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 Ähnlich war‘s auch bei DJ Antoine. David studiert in Innsbruck Internationales Management, der Musiker gab dort ein Konzert und lud den Jung-Designer ein – ausgerechnet während der Prüfungsphase, aber diese Chance wollte er sich natürlich nicht entgehen lassen... Zwei vielversprechende Treffen also. „Dass die Menschen Bock auf meine Sachen haben, gibt mir sehr viel“, sagt er.

Ein Modelabel macht viel Arbeit

Klar, viel Arbeit steckt auch hinter seinem Label. Organisatorisches, viel Büroarbeit, social media oder der Einkauf von „Roh-Stoffen“. Hierbei achtet David immer auf eine gute Qualität, auch beim Design entscheidet er mit und bringt seine Ideen ein. Und da war ja auch noch ein Studium...? Da ist im wahrsten Sinne „learning by doing“ angesagt. „Davor war‘s schon echt trocken manchmal, aber seitdem ich meinen Ein-Mann-Betrieb habe, kann ich viel aus der Praxis lernen.“ In Innsbruch hat er inzwischen auch eine zweite Nähmaschine, damit er auch von dort aus Aufträge erledigen kann. Das Studium hat aber Priorität, da ist er konsequent. Überhaupt kommt David sehr geradlinig rüber, mit klaren Vorstellungen.

So geht er auch seinen Weg weiter. Er möchte seine Klamotten künftig auch in den Einzelhandel bringen, „in Street Fashion Shops zum Beispiel. Ich denke, in dieser Richtung würde es gut passen“. Aber er weiß auch, dass das Projekt langsam wachsen muss. „Ich bleib‘ am Boden und lass‘ es passieren.“ Dass nicht nur die Oma riesig stolz auf ihn ist, sondern auch die ganze Familie und seine Freunde, das sei viel mehr wert als irgendein berühmter Kunde. „Das ist besser als jedes Geld.“ Und das motiviert ihn ebenso wie die Überzeugung, dass überhaupt im Leben jeder sein Ding durchziehen sollte: „Wenn man Bock auf eine Sache hat, sollte man mutig sein und es einfach machen!“