Kunst: Augsburg die geschrumpfte Großstadt in zwölf Comics

In Comics versinken und verzaubert entspringen - das könnt ihr in der Galerie Süßkind bei der Ausstellung zu „Versunken & Entsprungen - Gezeichnete Geschichten aus Augsburg". Das ist jedoch noch nicht alles, denn das fertige Comic Buch ist bereits im Handel. Wie es zu dem Comic-Projekt in der Fuggerstadt kam und auf welche Geschichten ihr euch freuen könnte, das verraten drei der zwölf Illustratoren dem A-YOU!

IMG 8839Zwölf Illustratoren, 1000 Ideen und ein Ziel: Augsburg entdecken und in Comic Sequenzen wieder geben. Das haben unter anderem Nontira Kigle, Veronika Gruhl und Paul Rietzl in dem Buch „Versunken & Entsprungen - Gezeichnete Geschichten aus Augsburg" getan. Sie waren Teilnehmer der Comic Werkstatt in der Fuggerstadt und haben ihre persönlichen Sichtweisen auf Augsburg in ihren Werken festgehalten. Nontira verrät dem A-YOU! wie es zu diesem Projekt kam: „Es gab schon Comicwerkstätten zuvor in München und Freiburg. Die dritte war nun in Augsburg. Lisa Frühbeis, meine Kollegin war in Freiburg als Teilnehmerin dabei und hat dort viele Leute kennen gelernt unter anderem auch Barbara Yelin und dann entstand die Idee, das nach Augsburg zu holen. Sie hat mich gefragt, ob ich bei der Organisation helfen kann, weil ich in Augsburg ja schon länger Illustratorin bin.“ Nachdem die zwölf Künstler gefunden waren, konnte es auch schon los gehen.

Wie entsteht ein Comic?

IMG 8851„Normalerweise arbeitet man als Comic Zeichner alleine. Bei der Tagung war es schön, dass wir uns untereinander ausgetauscht haben. Eigentlich hat man seine Ideen im Kopf und macht das mit sich selbst aus. Die Werkstatt hat ermöglich eine andere Sichtweise hervor zu bringen, was mich sehr nach vorne gebracht hat“, so Veronika Gruhl. Vom leeren Blatt Papier bis zum fertigen Comic Buch ist es ein langer Weg. Zuerst wird beobachtet, dann Brainstorming, skizieren und dann wird das Storyboard angelegt. Sammeln und verdichten eben. Anfangs wird noch alles in Betracht gezogen bis eine Idee weiter ausgearbeitet wird. „Jeder hat das alleine für sich gemacht, aber am Ende des Tages in der Werkstatt haben wir uns zusammen gesetzt und evaluiert und eruiert. Erste Skizzen besprochen und Ideen erprobt. Gibt der Handlungsstrang Sinn? Ist es witzig? Macht es Sinn wenn ich die Geschichte so erzähle? Es ist so grandios gewesen, das in der Gruppe auszuarbeiten. Barbara Yelin, als die Comic Größe schlechthin war das Sahne Häubchen. Ihre Tipps waren Gold wert. Es hat uns alle in unserer Arbeit so weit nach vorne gebracht“, so Nontira. Auch Paul ist von dem Projekt begeistert: „Es ist Pionierarbeit zu leisten, denn für die Meisten ist ein Comic Kinderkram. Dabei ist es so viel mehr. Lisa Frühbeis und Barbara Yelin  sind da auch der Antrieb, die wollen die Leute erziehen und ihnen den Comic näher bringen. Die Stärke des Mediums verdeutlichen. Dafür sind solche Workshops super. Da kann man eine Ausstellung machen und Medieninteresse generieren.“ Doch was bedeutet Augsburg überhaupt für die Künstler?

Faszination Augsburg

Wenn man einen Comic über Augsburg zeichnet, dann muss man diese Stadt auch im Herzen tragen. Was ist für Nontira Kigle, Veronika Gruhl und Paul Rietzl jedoch das Besondere der Fuggerstadt? „Für mich ist es diese Idylle. Die Fassaden der Häuser, das Kopfsteinpflaster überall, die Bäume. Obwohl es so klein, überschaubar und ländlich ist, gibt es hier durch die Hochschule eine grandiose Szene der Illustratoren, “ so Veronika. Für Nontira ist es die Wolfzahnau. Sie findet es einfach cool, dass die Fuggerstadt zwischen zwei Flüssen erbaut wurde. Dieser Ort ist für sie einfach nur Rückzugsort. Als die drei Augsburg in einem Wort beschreiben sollten, war das vor allem für Paul nicht gerade einfach: „Ein Wort ist zu wenig. Für mich ist Augsburg eine geschrumpfte Großstadt.“ Veronika verbindet Urlaub mit der Fuggerstadt und für Nontira ist es zuhause. Nun wird es Zeit, auch die Comics vorzustellen, die die drei in „Versunken & Entsprungen - Gezeichnete Geschichten aus Augsburg" veröffentlicht haben.

Nontira Kigle

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Im Comic von Nontira Kigle geht es um Sie selbst, wie sie versucht einen "typischen" Busfahrer oder auch Augsburger Grantler zum Lachen zu bringen. Ob es ihr gelingt, erfahrt ihr im Buch.

Veronika Gruhl

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Veronika Gruhl hat sich die Geschichte der "Bei den Sieben Kindeln" heraus gesucht. Hier spielt die Kleinste im Bunde ihren beiden großen Geschwistern einen Streich. Eine Fortsetzung der Geschichte ist bereits geplant und soll Ende des Jahres veröffentlicht werden.

Paul Rietzl

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Paul Rietzl zeigt das zerstörte Augsburg. Die Natur erobert sich Stück für Stück die Fuggerstadt zurück. Zwei Überlebende, die nicht aus Augsburg sind erkunden gemeinsam mit ihrem Hund die ehemaligen Postkartenmotive der Stadt.  

Das Buch „Versunken & Entsprungen - Gezeichnete Geschichten aus Augsburg" gibt es jetzt in jedem Buchladen. Außerdem läuft die Ausstellung in der Galerie Süßkind noch bis Ende Juli. Comic Fans sollten sich dann vor allem den 26. August im Kalender vormerken, denn dann werden fünf der zwölf Künstler das Buch im Comic Time am Königsplatz signieren. Also schaut vorbei und erfreut euch an den schönen Geschichten über Augsburg.