Nach(t)gedacht: Einfach mal pöbeln (Kommentar)

Forscher haben herausgefunden, dass man den Stress nicht zu lange aufstauen und seine Wut rauslassen soll! Einfach mal frei von der Leber weg granteln, meckern und pöbeln – das ist doch ein wunderbar schwäbischer Vorsatz fürs neue Jahr, und liegt in der Renaissance des Schmähgedichts auch noch voll im Trend. Also lege ich zum Jahreswechsel gleich mal los. Hier sind die top fünf der Dinge, die mir 2016 sowas von auf den Sack gegangen sind. 

Los geht‘s: Leute die mich auf facebook unter irgendwelche Memes verlinken, auf denen ungefähr so etwas steht wie: „Markiere 1 nices Dude, der das gesehen haben muss!“ Alter Leute, ernsthaft? Mal ganz abgesehen davon, dass Bilder von fetten Leuten, die komische Grimassen ziehen, nun wirklich nicht zu den Dingen gehören, die ich gesehen haben muss. Ich bin nicht 1 nices Dude! Wenn, dann bin ich ein nicer Dude oder besser noch: Der Dude. Naja, weiter im Text: Die Wannabe-Diktatoren! Wladimir Putin, Rodrigo Duerte und last but not least Recep Tayyip Erdogan. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass einer dieser minderbemittelten „Präsidenten“ mit irgendwelchen schlechten Neuigkeiten von den Titelseiten der Tageszeitungen auf mich herab grinst. Dabei ist es auch egal, welcher von denen – die haben alle das gleiche Kack-Gesicht Ausrufezeichen! Mal sehen, was gab‘s noch?

Unmut freien Lauf lassen

Genau: die Flüchtlingskrise. Es ist schon schwer zu glauben, dass in einer Gesellschaft, die sich ganze Häuser aus dem 3D-Drucker erschaffen lassen kann, nicht mehr differenziert werden kann, sobald Ausländer im Spiel sind. Entweder ist alles super und wunderbar, oder es ist alles Scheiße. Und dann muss man sich nicht wundern, dass am Ende die AfD 2017 vor dem Einzug in den Bundestag steht. Aber gutes Stichwort: Auch die AfD ging mir in ihrem dritten wieder auf den Sack – sogar fast so sehr wie nie zuvor. Die laufen in meiner Liste trotzdem außer Konkurrenz, weil das wäre ungefähr so, wie schlechtes Wetter mitaufzunehmen: Mag keiner, gibt‘s aber nunmal. Ganz weit oben auf die Liste hat sich auf der Zielgeraden des Jahres auch noch die VG Wort katapultiert, wegen der ich künftig in der Uni wieder Regenwald verschwenden muss – schönen Dank auch dafür. Getoppt wird das eigentlich nur noch von einem: Donald „grab them by the pussy“ Trump. Aber was soll man dazu noch sagen? Vielleicht: Ein gutes neues Jahr!?