Der Veganer Roland Wegner geht lieber mal rückwärts

Eine Sportverletzung war es, die den Augsburger Roland Wegner gezwungen hat, die Richtung zu wechseln. 2002 nach einem Meniskusschaden, das Knie war lädiert, wurde ihm von seinem Arzt geraten, mit der Leichtathletik, die er viele Jahre erfolgreich betrieben hatte, aufzuhören. „Vorwärtslaufen tat unerträglich weh, nur rückwärts ging. Das habe ich dann gemacht und Muskeln rund um das Knie aufgebaut, so lange, bis dadurch auch wieder das Vorwärtslaufen ging. Dem Rückwärtslaufen bin ich also auch etwas schuldig“, so der 39-Jährige. Und im Rückwärtslaufen haben er und sein Team kürzlich bei der Eröffnung des renovierten Rosenau-Stadions sogar einen Weltrekord aufgestellt.

 „Eigentlich dürfte das gar nicht sein“, so Wegner lachend, denn der Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Geschäftleitender Beamter und Kämmerer der Gemeinde Gablingen ist seit acht Jahren auch Veganer. Viele Skeptiker glauben nämlich, dass man mit veganer Ernährung gar nicht zu sportlichen Höchstleistungen fähig sei. Doch Roland Wegner ist ein Beispiel dafür, dass es funktioniert. „Ich bin topfit! Und obwohl ich weniger trainiere als früher, gelingen mir dennoch Spitzenleistungen, wenn ich es darauf anlege.“

Back to the roots

Zurück gehen, „back to the roots“, das ist seine Lebensphilosophie. Da unsere Zeit immer schneller wird und eine immer größere Reizüberflutung bietet, ist für Wegner der bedächtige Lauf zurück auch ein Gegenpol. Es ist ein Ausdruck von Innehalten, aber auch ein Ausbrechen aus der nach vorn gerichteten Leistungsgesellschaft, um sich neu zu besinnen und Körper und Geist wieder miteinander in Einklang zu bringen. Sein Tipp: Wer es eilig hat und damit die innere Ruhe aus dem Gleichklang geraten lässt, sollte entweder bewusst einen Gang runter schalten oder gleich den Rückwärtsgang einlegen.