An(n)ekdote: Weihnachtstraditionen (Kommentar)

Die ersten Schneeflocken fallen, der Glühwein fließt in Strömen und Weihnachten steht vor der Türe – schön für euch, für mich nicht. Denn ich mag keinen Schnee und ich kann es auch nicht leiden, wenn es kälter wird und Glühwein trinke ich sowieso nicht. Außerdem finde ich Weihnachten schrecklich. Diese gezwungene festliche Stimmung...

Deshalb bin ich auch ganz schön neidisch auf die Eichhörnchen im Martini Park, die sich ihren Winterspeck anfuttern und die kalte Jahreszeit verschlafen – genau nach meinem Geschmack, denn ich bin eher der Sommertyp, der mit einem eisgekühlten Gin Tonic mit einer Scheibe Gurke am Strand liegt und die Feste so feiert, wie sie fallen und nicht, wenn es mir ein Feiertag vorgibt. Böse Zungen würden behaupten, ich sei der Grinch. Weihnachten stehlen steht zwar nicht auf meiner Agenda, aber die Geburt Jesu Christi feiern muss ich auch nicht unbedingt. Auch wenn ich mir jedes Jahr vornehme, dem Spektakel zu entkommen, spielt sich der 24. Dezember bei mir immer gleich ab. Bis Mittag schlafen, etwas Schickes anziehen und dann ab zu meinen Eltern, wo die ganze Familie gemeinsam feiert beim immer selben Essen: Schaschlik und Kartoffelsalat nach Geheimrezept meiner Oma. Nach der Bescherung halte ich es dann gerade einmal bis 22 Uhr aus, bevor die Hummeln in meinem Hintern anfangen sich bemerkbar zu machen: Ab in die Maxstraße, wo ich mich mit den Leuten treffe, die auch vor dem Weihnachtsstress mit der Familie flüchten.

Weihnachten ausfallen lassen?

Dieses Jahr könnte ich aber möglicherweise „lindnern“ (schwaches Verb). Den ganzen Dezember lang so tun, als würde ich mich riesig auf Weihnachten freuen, aber dann einfach am Heiligen Abend kurzfristig das Familienfest absagen. Weil ich allerdings wohl doch eine gute Tochter bin, spiele ich auch dieses Jahr aufs Neue wieder mit, esse bei meinen Eltern das gleiche Essen wie jedes Jahr, betrinke mich nach der Geschenkübergabe und gehe dann zum Feiern. Same procedure as every year.