Hier schlägt das Herz der Subkultur: Rap im Ring ein letztes Mal in der Kantine

Dafür brauchst Du wirklich Eier: Weil einer der MCs für das Battle bei Rap im Ring am Wochenende fehlte, sprang kurzerhand Thomas aus dem Publikum ein und stieg gegen die sieben Rapper in den Ring.

Auch bei der letzten Ausgabe des Veranstaltungsformats in der Kantine hielt sich Veranstalter Phil an sein persönliches Erfolgsrezept und vereinte alle Elemente des Hip Hop in einer ganz klassischen Jam. Hier schlägt es noch ganz unverfroren und ohne die Gefahr vom Mainstream vereinnahmt zu werden – das Herz der größten Subkultur Deutschlands.

Nachdem die Vorstadtganoven Bearence Hill und FvtvRe One dem Publikum als Opener schonmal eingeheizt haben, hieß es: mögen die Spiele beginnen. Und Thomas war dann auch gleich der erste, der in den Ring musste. Sein Gegner Kamerad Schnürschuh fasste ihn noch extra mit Samthandschuhen an, ganz anders Thomas: „Ich bin zwar nur der Lückenbüßer, trotzdem werd ich dich zerpflücken Süßer.“ Die Menge tobt. „Den hatte ich mir davor schon zurechtgelegt.“

Trotzdem ist für ihn schon wieder Endstation. Als Sieger geht am Ende Jamal aus der 360 Grad-Bühne, der bis zum Finale und auch dort die mit Abstand kreativsten Beleidigungen formulierte. Und er kam dabei sogar fast ohne Muttergef***e oder sonstige Klassiker der Battlerap-Tradition aus. Die Hip Hop-Heads jedenfalls feierten das ganze ordentlich ab und verlangten 111 Dezibel stark nach mehr davon. Mehr echten Hip Hop gab es dann auch noch: Phil Harmony und ein Kollege brachten mit ihrer Beatbox-Show so einige zum Staunen und das Lautstärkemessgerät an seine Grenzen.

Nach einer Umbaupause wurde es dann wieder lyrisch: Edgar Wasser droppte seine Lines, als seien es Regentropfen, die auf die Straße plätscherten. Zum Schluss aber toppte einer alles und brachte die Menge vollkommen zum Ausflippen. Lemur (ehemals Herr von Grau) fackelte alleine auf der Bühne ein echtes Feuerwerk ab.