Fastenzeit 2018: Verzicht, Selbstgeiselung oder einfach schön und notwendig? (Kommentar)

Fastenzeit - ist das nur etwas für Christen oder sollten wir uns alle, egal welcher Religion wir angehören, für rund 40 Tage in Verzicht üben? Schon die alten Griechen betrieben fleißig Askese, soll diese Tradition also fortgesetzt werden? Geht es in der heutigen Zeit noch um Entsagung oder doch eher nur darum, dass wir den Winterspeck für unseren Traumkörper loswerden wollen? Macht es Sinn in der Fastenzeit auf etwas zu verzichten und müssen es immer Alkohol und Zigaretten sein? Unsere A-YOU! Redakteurin Anne hat sich darüber für Euch Gedanken gemacht.

Die Fastenzeit steht bevor. Vom 14. Februar bis zum 29. März wird dieses Jahr gefastet und dabei kommt es überhaupt nicht darauf an, welcher Religion ihr angehört. Klar, Fastenzeit verbindet man mit dem Christentum, doch in der heutigen Zeit muss sich nicht mehr an das starre Gerüst der Religion gehalten werden, sondern wie wäre es, sich einfach selbst Regeln für die Fastenzeit aufzuerlegen? Dabei solltet ihr nicht einfach nur fasten, um abzunehmen, sondern versuche doch Gutes zu tun, etwas über deine Konsumgewohnheiten zu lernen oder einfach nur bewusster zu leben. Ich selbst habe die Fastenzeit schon häufiger für Herausforderungen genutzt im Wettstreit mit Freunden, weil wir uns gegenseitig beweisen wollten, dass wir etwas über einen gewissen Zeitraum durchhalten können, was uns eigentlich keinen allzu großen Spaß macht. Und warum dann nicht in dem Zeitraum, indem auch andere Verzicht üben oder eben Sachen anpacken? So habe ich schon auf Zucker verzichtet oder bin täglich für einen Drei-Kilometer-Lauf in den Wald gegangen, während Freunde von mir versucht haben mit dem Rauchen aufzuhören oder auf Alkohol zu verzichten. Bei einem Verstoß muss Bußgeld in eine Kasse eingezahlt werden und am Ende der Fastenzeit wird von diesem Geld dann gemeinsam essen gegangen... So der Gedanke, glücklicherweise waren wir alle so ehrgeizig, dass kein Cent in der Kasse gelandet ist. Essen waren wir natürlich trotzdem und vor allem ziemlich stolz. Auch dieses Jahr heißt es wieder den inneren Schweinehund überwinden und deshalb werde ich täglich Single Leg Squats machen und wohl einiges an Muskelkater verspüren. Und nun zu Euch... sollten euch Ideen fehlen, was ihr in der Fastenzeit machen könnt, hier ein wenig Inspiration:

Was könnt ihr machen?

Die Klassiker wie kein Zucker, kein Alkohol, kein Kaffee oder weniger Fleisch gehen natürlich immer. Wer seine Ernährung nicht umstellen möchte der kann sich ja vielleicht auch mal Gedanken darüber machen, vielleicht eher nur regionale Produkte zu kaufen, getreu dem Motto: „Support your local dealer“! So werden nicht nur die regionalen Bauern unterstützt, sondern man setzt sich auch noch mit neuen Lebensmitteln auseinander, die so womöglich gar nicht im Supermarkt liegen. Außerdem könntet ihr die 44 Tage auch dazu nutzen komplett auf Plastik zu verzichten. Meide ganz bewusst alles, was in Plastik eingepackt ist. Kaufe Joghurt und Sahne im Glas statt im Plastikbecher, Käse und Wurst an der Frischetheke. Zum Einkaufen könnt ihr euren Jutebeutel mitnehmen und schon müsst ihr keine Plastiktüten mehr nehmen. Es wird am Anfang sicherlich kompliziert, aber ihr macht es für die Umwelt und für das Bewusstsein. Oder wie wäre es mit Fahrrad statt Auto? Lasst euren Wagen stehen und schwingt euch auf euren Drahtesel, damit macht ihr nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch gleich noch etwas für eure Gesundheit. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Setzt euch ein Ziel und sucht euch Leidensgenossen, mit denen ihr das zusammen anpackt, auch wenn ihr euch für unterschiedliche Aufgaben entscheidet. Erstellt einen verbindlichen Strafenkatalog und belohnt euch nach den 44 Tagen Fastenzeit. Das bringt euch nicht nur selbst näher zu euch, sondern auch zu euren Freunden. Ein kleiner Wettkampf schadet nämlich nie. Ihr seht, es ist also ziemlich egal, welcher Religion ihr angehört und welchen Ursprung die Fastenzeit hat. Jeder sollte es sich Wert sein sechs Wochen im Jahr auf etwas zu verzichten und ihr werdet sehen, es wird euch auch Spaß machen. Ihr habt schließlich ein Ziel vor Augen und könnt euch selbst etwas Beweisen.

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