Augsburger unterwegs: Mit Kind und Kegel auf Weltreise

Holger und Sabrina haben ihre 3-Jährige Tochter Leni eingepackt und ihre Zelte in Augsburg abgebaut. Warum sie ihre Weltreise machen und wie es mit Kind ist, verraten sie nicht nur auf ihrem Blog World Safari Family, sondern auch dem A-YOU!

Ein klassischer 40 Stunden Job und kaum Zeit für die Familie – so erging es auch Holger und Sabrina Eweka. Die beiden Augsburger wollten das so allerdings nicht hinnehmen und sich mehr auf die Zeit mit ihrer Tochter Leni konzentrieren.Bei einem Urlaub auf Bali 2016 wuchs der Wunsch nach einem Leben auf der wunderschönen Insel immer mehr in Sabrina heran: „Ich weiß noch genau, wie ich auf meiner Liege am Pool saß und mir die Frage in meinem Kopf schoss: ‚Wie können wir uns einen längeren Aufenthalt auf Bali ermöglichen?‘ Auf einmal war die Lösung da. Irgendwie ganz einfach und doch hat diese Lösung Jahre gebraucht um zu Reifen. Wir bleiben drei Monate auf Bali und zwar: Werden wir unsere Wohnung untervermieten, wir packen unser ganzes Erspartes, statt in ein Eigenheim lieber in eine Reise.“ Schon immer war es Sabrinas Wunsch, für ein paar Jahre im Ausland als Deutsche zu leben und dieser Traum ist weiter in ihr heran gereift. Die Geburt von Leni hat bei Sabrina da auch nochmals eine innere Veränderung hervorgerufen: „Meine Anschauung auf die Art der Kindeserziehung in unserer Gesellschaft war für mich so nicht mehr konform. Ich wusste sehr schnell, dass ich meine Tochter nicht in die Struktur einbinden werde wie sie von den meisten gelebt wird. Es ist mir wichtig sie so frei wie möglich zu erziehen und nicht Fremdbetreuen zu lassen. Für Holger war es anfangs ein unsicheres Terrain auf das wir uns begeben würden. Man startet ja auch nicht alle paar Jahre eine Weltreise.“ Daher verwundert es auch nicht, dass Holger zunächst von der Idee überrumpelt war. Nach längeren Gesprächen war klar, die Familie soll im Mittelpunkt stehen und drei Monate reichen da nicht: „Wir entschieden nach vielen Gesprächen, unsere Wohnung zu kündigen, unser Hab und Gut zu verkaufen, unsere beiden Jobs zu kündigen und gemeinsam die weite Welt zu bereisen. Wir dachten uns ‚Seid mutig, Lebt euren Traum. Legt eure alten Muster ab und wenn es euer Wunsch ist, schaut euch die Welt an. Sie hat so viel Schönes zu bieten.‘“ Gedacht – Getan.

Warum die Weltreise?

14Doch warum haben sich die beiden dazu entschlossen? Das wird Sabrina im Gespräch mit ihrem Mann sehr schnell klar: „Unsere Leni ist bereits 2 Jahre alt, als wir uns wieder einmal um unseren Familienalltag unterhielten. Ständig hatten wir Gespräche wie wir als Familie möglichst viel Zeit zusammen verbringen können, gleichzeitig aber eine Balance zwischen Arbeit, Familie und Freizeit herstellen können. Das ist gar nicht so leicht. Uns war die Zeit einfach zu knapp. Nach jedem Urlaub merkten wir aufs Neue, wie wenig Zeit Holger mit seiner Tochter im Alltag verbringen kann. Wir haben gemerkt, dass wir in einem sogenannten Hamsterrad fest steckten. Der Alltag hatte uns fest im Griff. In uns wurde es immer enger, ich spürte eine latente Unzufriedenheit. So war schnell klar, ein ganz großer Punkt auf Reisen zu gehen, ist: Viel Familienzeit.“ Dabei ist der kleinen Familie wichtig, dass sie wirklich die Kultur, das Land und die Leute kennen lernen und haben sich zum Motto gemacht: „Be a Traveller, not a Tourist.“ Genau das zelebrieren die Drei nun seit gut neun Monaten und sie sind sich einig: „Es war die Beste Entscheidung unseres Lebens!“

Welche Erwartungen hatten die Drei?

„Als wir in die Planung gingen, hatten wir viele Länder auf unserer Liste stehen, die wir gerne bereisen wollen. Allerdings war uns auch schnell klar, mit Kind wollen wir nicht durch die Welt hetzen. Wir wollen es einfach mal genießen so frei wie möglich zu sein und auch mal kurzfristig entscheiden, wann wir wieder weiterreisen wollen. Aber auch so frei sein, um sagen zu können: Hier gefällt es uns, hier bleiben wir erst mal länger.“ Dabei ist Vieles auf Leni ausgerichtet, denn das Reisen mit Kind ist ein Anderes. Die Bedürfnisse der kleinen sollten im Mittelpunkt stehen und so versuchen Holger und Sabrina mindestens zehn Tage an einem Ort zu sein. Wichtig sind ihnen zudem auch noch kulturelle Aspekte, die sich mit ihnen verbinden: „Spiritualität ist ein großer Bestandteil in unserem Leben. Wir möchten die Zeit, jeder für sich, nutzen um uns hier weiter zu entwickeln.“

Wo soll es noch hin gehen?

8Wann die Weltreise zu Ende gehen wird, ist noch nicht entschieden. Ein Enddatum, wann sie nach Augsburg zurückkehren werden gibt es noch nicht, lediglich ein Heimatbesuch 2018 ist geplant. Die Welt ist einfach noch zu groß und es gibt noch einige Länder, die bereist werden wollen: „Anfang 2018 werden wir voraussichtlich noch in Asien unterwegs sein. Kambodscha, Vietnam, Laos und den Norden Thailands. Im zweiten Quartal streben wir Australien vielleicht auch Neuseeland an. Natürlich steht Südamerika noch auf der Liste und wenn möglich Teile von Afrika. Wir entscheiden immer recht kurzfristig.“ Da haben die Augsburger noch einiges vor sich. Nun haben sie bereits neun Monate Weltreise hinter sich gebracht und Sabrina zieht ein bisheriges Reiseresümee: „Ich möchte keinen Tag dieser Reise missen. Abgesehen von den wunderschönen Orten die wir gesehen, gelebt und gespürt haben, hatten wir wundervolle Begegnungen mit Einheimischen und Familien die auch auf der Reise sind. Wir haben so viel Neues kennengelernt, konnten tiefer in die Religionen eintauchen und verschiedene Rituale und Zeremonien mitmachen.“ Auch Leni hat sich bereits an das Leben aus dem Koffer gewöhnt, wie Sabrina verrät: „Unsere Leni ist mittlerweile schon ein richtiges Travel- Kind geworden. Am Flughafen kennt sie alle Abläufe in und auswendig. Start und Landung des Flugzeugs ist schon normal für sie geworden. Und nun erzählt sie uns dass sie unbedingt noch einmal nach Kuala Lumpur reisen möchte. Leni wirkt in unseren Augen so viel Glücklicher. Die Tatsache, dass sie beide Eltern um sich hat. Die Ausgeglichenheit von uns überträgt sich natürlich auf sie. Das warme Wetter trägt auch einen großen Teil dazu bei. Das Abenteuer welches immer wieder neu in uns geweckt wird. Und die immer offenherzigen Menschen auf die wir treffen. Es gibt aber auch Momente an denen wir uns nach unseren Familien sehen. Keine Frage! Gerade jetzt zur Weihnachtszeit war es schon öfters mal schwer. Aber das gehört nun auch dazu und ist auch menschlich.“ Da sind wir natürlich gespannt, welche Abenteuer die drei Fuggerstädter auf ihrer Weltreise noch so erleben werden.