Kätchens: Café mit Schirm, Charme und Melone

So etwas hat in Augsburg gefehlt – diesen Satz hört Café-Besitzerin Lisa McQueen häufiger. Ihr kleines, aber bezauberndes Café mit Wohnzimmercharme - Kätchens - zieht einen in den Bann. Dem A-YOU! hat die Modedesigner in erzählt was ihr wichtig ist und was sie an Augsburg liebt.

Eigentlich ist die 27-Jährige gelernte Kirschnerin und hat nach ihrer Ausbildung und zwei Gesellenjahren noch Modedesign in München studiert. Nach ein paar Praktika in Berlin und der Einsicht, dass ihr das Modebusiness dort zu oberflächlich ist, hat sie in die Gastro rein geschnuppert. „Ich habe in einem neueröffneten Restaurants als Küchenhilfe angefangen und in kürzester Zeit wurde ich zur stellvertretenden Küchenchefin, was eine ziemliche Ehre war. Hier habe ich klasse Einblicke bekommen, wie eine Gastronomie geführt wird und was alles wichtig ist.“ So langsam ist der Traum in ihr gewachsen, einen eigenen Laden zu eröffnen. Dabei hat die damals 24-Jährige keine Sekunde gezögert und wusste immer, dass sie das in Augsburg machen möchte: „Ich liebe Augsburg so sehr, dass ich der Stadt mit meinem Café etwas zurück geben möchte. Außerdem ist es meine Heimat.“

Liebe zu Kaffee

IMG 1374Zwei Jahre gibt es das Kätchens in der Peutingerstraße nun  schon. Für den Namen hat sie sich aufgrund ihrer Oma entschieden: „Sie hieß Katharina und wurde von ihren Freundinnen immer Kätchen genannt. Sie hatte immer den Traum einmal ein Café aufzumachen, was leider nie geklappt hat, weil das Geld dazu nicht da war. Das ist also meine Erinnerung an meine Großmutter.“ Erst in Berlin hat die Augsburgerin die Liebe zum Kaffee entdeckt und nach einer Schulung von Coffee Circle verstanden, was alles dahinter steckt und auf was geachtet werden muss: „Es ist wichtig, den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten,. Die Maschine muss dementsprechend eingestellt werden, damit der Kaffee auch das beste Aroma abgeben kann.“ Die 27-Jährige hat sich also mittlerweile ein beachtliches Wissen angeeignet und das schmeckt man auch.

Genau das ist ihr in ihrem Kätchens auch wichtig, der gute Kaffee, aber auch die Verbindung zu ihrer Mode, die man hier im Laden nicht nur bestaunen kann, sondern natürlich auch Kaufen: „Die Verbindung von gutem Kaffee, meiner Mode, der Kunst an den Wänden und dem willkommen heißen der Leute ist mir am wichtigsten. Das Konzept geht auf. Die Leute lieben meinen Kaffee und fühlen sich bei mir wohl. Ich habe mich auch bewusst dagegen entschieden hier eine große Uhr aufzuhängen, damit die Leute nicht immer von der Zeit abgelenkt werden und wirklich einmal zur Ruhe kommen, wie in einem kleinen gemütlichen Wohnzimmer.“

Generationen verbinden

Wer nun denkt ins Kätchens kommen nur junge Leute, der irrt. Ihr werdet hier auf eine bunte Mischung treffen: „Zwischen 16 und 100 Jahren alt und genau so soll es auch sein.“ Die Generationen werden hier also miteinander verbunden. Viele ältere Damen werden hier an frühere Zeiten erinnert und kommen dann regelmäßig zu Kaffee und Kuchen. Durch die bunte Mischung an Leuten und dem kleinen Raum ergeben sich auch immer wieder interessante Gespräche zwischen den unterschiedlichen Gästen. Genau, wie es sich Lisa wünscht. Das Kätchens ist einfach ein grandioser Rückzugsort, indem man entspannen kann und das obwohl es mitten in der Stadt liegt, was nicht nur an den gemütlichen Sofas liegt, sondern auch an Lisa selbst, die immer für ein Gespräch offen ist.

Ohne Mode geht es nicht

IMG 1371Im Kätchens gibt es nicht nur sehr guten Kaffee zu einem sehr fairen Preis, sondern auch Mode, von der Besitzerin. Im vergangenen Jahr hat sie sogar für das Label Heaters eine Hip-Hop Streetwear Kollektion entworfen. 15 Teile sind dabei raus gekommen: „Das war eine spannende Geschichte. Die Zusammenarbeit mit Heaters hat richtig Spaß gemacht und es war einfach mal wieder cool nur Mode zu machen, eben zurück zu den Wurzeln.“ Die anderen Einzelstücke von Lisa hängen bei ihr im Kätchens und warten nur drauf bewundert und mitgenommen zu werden. Die Mischung macht‘s. Für den Sommer wünscht sie sich noch die Möglichkeit einer Außenbestuhlung, doch das steht noch in den Sternen. Da hat nämlich die Stadt auch noch ein Wörtchen mitzureden. Doch bei so viel Tatendrang glauben wir fest an Lisa.